Unser Mann in Afrika

Politik | aus FALTER 08/11 vom 23.02.2011

Jahrelang hat die EU die Abwehr afrikanischer Flüchtlinge an Gaddafi delegiert. Damit hat sie schwerste Menschen-rechtsverletzungen zu verantworten

Bericht: Sibylle Hamann

Als sich der Boden unter ihren Füßen schon ziemlich heiß anfühlte, fiel der libyschen Regierung auch diesmal wieder ihr bestes Argument ein. Der ungarische Botschafter in Libyen wurde am Montag ins Außenministerium bestellt. Dort teilte ihm ein Sprecher mit: Sollte die EU die Demonstranten im Land weiterhin ermutigen, werde Libyen "die Zusammenarbeit in Flüchtlingsfragen beenden“. Das möge der Botschafter doch bitte ausrichten, in Brüssel.

"Zusammenarbeit in Flüchtlingsfragen“? So kann man es auch nennen, wenn misshandelt und ausgeraubt, gedemütigt und eingesperrt wird, wenn Menschen ohne Wasser und mit gebrochenen Beinen in der Wüste ausgesetzt werden. Aber Muammar al-Gaddafi konnte stets sicher sein: Was genau er mit den Flüchtlingen machte, war der EU stets ziemlich gleichgültig - solange er sie bloß


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