Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 08/11 vom 23.02.2011

Den Deutschen kommen ja auch immer mehr ihrer Helden abhanden, ich sage nur: Karl-Theodor zu Guttenberg. Es ist also psychologisch nachvollziehbar, dass sie sich verkrampft an ihre Lena Meyer-Landrut, ihre Songcontest-Gewinnerin 2010, klammern. Die 19-jährige Sängerin hat dem Land so was wie ein neues kollektives Selbstbewusstsein vermittelt: Wir Deutschen sind wie sie, locker, frisch und der ganzen Welt sympathisch! Die Lena-Manie nimmt nun allerdings bedenkliche Ausmaße an. Die junge Frau trat in den vergangenen Wochen nicht nur als einzige deutsche Kandidatin für den diesjährigen Songcontest in zwei Pro-7-Vorentscheidungs-Shows ihres Mentors Stefan Raab auf, um dort nur gegen sich selbst zu singen. Nein, sie füllte jetzt auch noch die öffentlich-rechtliche ARD-Show mit sechs Liedchen, aus denen das Publikum dann den Wettbewerbsbeitrag wählen durfte. Ist das Massenhysterie oder Nordkorea? Wer so penetrant ist, der muss vom europäischen Publikum bestraft werden.


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