Wikileaks hat "nichts Neues“ geleistet? Ein Einspruch gegen Eva Horn

Medien | aus FALTER 08/11 vom 23.02.2011

Die Berichterstattung zu Wikileaks folgt einem bekannten Muster massenmedialer Aufmerksamkeit. Erst ist alles heldenhaft, dann plötzlich skandalös und irgendwie nervig, um schließlich als Eh-nichts-Neues ad acta gelegt zu werden (siehe Interview Eva Horn Falter 07/11). Allerdings: Wer jetzt einfach zur Tagesordnung zurückkehrt, verkennt das Phänomen.

Wikileaks ist die bisher radikalste Verkörperung einer viel breiteren Entwicklung, deren Folgen für Regierungen wie für die Öffentlichkeit wir gar nicht richtig abschätzen können. Die Mechanismen, die es Institutionen erlaubt haben, verlässlich zwischen interner und externer Information zu trennen, funktionieren immer schlechter. Zu leicht lassen sich Daten kopieren und publizieren.

Die Legitimität des ägyptischen Regimes etwa wurde auch dadurch untergraben, dass in den letzten Jahren immer wieder Aufnahmen von Folter durch Sicherheitskräfte, die von diesen selbst zur Abschreckung der Angehörigen aufgenommen und von Aktivisten


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