Lasst 100 Blumen blühen und Millionen sterben

Feuilleton | aus FALTER 08/11 vom 23.02.2011

Eine Ausstellung über Die Kultur der Kulturrevolution zeigt Politkitsch und die finsteren Seiten des Regimes von Mao Zedong

Reportage: Klaus Nüchtern

Es ist absolut ein blinder Fleck“, meint Helmut Opletal, einen Tag nachdem die Eröffnung der Ausstellung "Die Kultur der Kulturrevolution“ hunderte von Menschen in die Säulenhalle des Museums für Völkerkunde gelockt hat - vermutlich der Ort mit dem längsten Hall der Stadt. Gerade angesichts des verklärten Blicks, mit dem der Westen (bis hin zum rabiaten Antikommunisten Franz Josef Strauß!) das "geschickt geschönte Bild, das Maos China von sich vermittelte“ (Opletal) gläubig akzeptiert hat, kann, ja muss eine Schau, die sich dem Personenkult während der Kulturrevolution (1966-1976) widmet, echte Aufklärungsarbeit leisten, will sie nicht zur zynisch-koketten Ansammlung von Politkitsch und Maoist-Chic-Nippes verkommen.

Natürlich wird man sich angesichts des Weckers, auf dem die Rotgardistin im Sekundentakt eine Mao-Bibel schwenkt,


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