Kritiken

Verfickte Poesie: Biodrama über Shelley und Byron

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 09/11 vom 02.03.2011

Howard Brenton ist ein hierzulande nicht gerade oft zur Aufführung kommender, seit ungefähr 1965 sehr eifriger englischer Theater- und Drehbuchschreiber. Solche Leute erregen gern das Interesse von Bruno Max. Eine andere Erklärung gibt es kaum dafür, dass er das überaus öde biografische Stück "Bloody Poetry“ (1984) über die Dichter Percy Shelley, Lord Byron und deren Anhang inszeniert hat. Aus dem Stoff - in England verfemte, libertinäre Schriftsteller und ihre teilweise ebenfalls schreibenden Frauen; wechselnde, sehr freie Sexual- und Familienkonstellationen - hätte man einiges machen können. Brenton belässt es bei billigen Anspielungen und Zitaten sowie einem pseudo-diabolischen Widersacher (Dr. Polidori). Es hilft nichts, dass sich die Scalatruppe nach Leibeskräften bemüht - leider ein vergeigter Abend.

Scala, Fr, Sa, Di, Mi, Do 19.45


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