Performance Festival

Effektiver denn je: imagetanz bei Brut

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 09/11 vom 02.03.2011

Für Bettina Kogler, die Kuratorin des Brut-Festivals imagetanz, versteckt sich hinter dem heurigen Motto "Effekt“ die Wirkung theatraler Ereignisse ebenso wie jene "Spezialeffekte“, die zu deren Herstellung dienen. Neben der jungen lokalen Szene und internationalen Gästen sind wie immer auch arrivierte Künstler dabei. Zu Letzteren zählt Julius Deutschbauer, der zwischen Brut und Musikverein eine hölzerne "Quatschbude“ aufstellt und sie mit Informationen zum Festival bequatscht. Zur Eröffnung am Freitag kreieren Superamas im Saal eine Lounge inklusive Bar und Band, in der sie neben Zeitgenössisch-Experimentellem vor allem Unterhaltung und Entspannung bieten. Dafür sorgen Schüler- und Leiterinnen zweier Pole-Dance-Schulen sowie ein männlicher Stripper.

Das weitere Programm leitet "Fan-Mania“ von Clélia Colonna und Charlotta Ruth ein, worin sich die beiden in einer Radiostudiosituation mit der dünnen Grenze zwischen Fan und Fanatiker beschäftigen. Der Künstler Karl Karner baut wandelbare Objekte für einen düsteren Blick in die Zukunft, den er gemeinsam mit Linda Samaraweerová wagt; die junge polnische Tänzerin Marysia Zimpel hat sich den Dichter Eric Green für ihr Stück über die Begegnung von Tanz und Poesie gewählt; das Duo Maurer/Brandstätter dreht live im Foyer einen dadaistischen Film. Lisa Kortschak bedient sich eines Klassikers des surrealistischen Kinos, Anat Eisenberg setzt auf das kollektive Gedächtnis des Medienkonsumenten. Die Berliner Schubot/Gradinger wollen mit einer "Hechelperformance“ Bilder extremer Formen von Zweisamkeit beim Betrachter evozieren. Nathalie Koger forscht zum Thema Zirkus, während sich Franziska Aigner dem Eigenleben des Tanzbodens und God’s Entertainment dem Tierreich widmen.

Brut im Künstlerhaus/Konzerthaus, 4. bis 19.3.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige