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"Unsere deutsche Agentin sagt, es ist Kleinkunst“

Lexikon | aus FALTER 09/11 vom 02.03.2011

Früher waren Christoph & Lollo die einzige Indieband der Stadt, die mit einer akustischen Gitarren und einem Mikrofon das Auslangen fand und in dieser Minimalbesetzung ausschließlich traurige Lieder über mehr oder weniger tragische Helden des nordischen Skisports sang. Die Besetzung ist nach wie vor dieselbe, anstatt über Skispringer singen Christoph & Lollo aber über gesellschaftliche Probleme und alltägliche Sonderbarkeiten. Und auch der Wirkungsradius hat sich erweitert, reüssieren die beiden doch längst auch auf Kabarettbühnen. Welches Genre-Mascherl sich das Duo selbst umhängt? "Unsere deutsche Agentin sagt, wir machen Kleinkunst“, so Lollo Pichler. "Damit können wir ganz gut leben.“

In der Kabarettszene werden Christoph & Lollo nicht zuletzt wegen der improvisierten Dialoge zwischen ihren Liedern geschätzt. "Wir haben einfach das Gefühl, dass die Musik alleine die Leute nicht überzeugen würde“, sagt Christoph Drexler beinahe entschuldigend. Worin sich Club- und Kabarettpublikum unterscheiden? "Im Alter und im Grad der Betrunkenheit“, so Drexler. "Im Kabarett sind die Zuschauer älter und trinken bestenfalls ein Glas Rotwein, während sie bei Konzerten jung und betrunken sind. Im Kabarett wird auch nie gegrölt - außer auf der Bühne.“ Wo sich die beiden wohler fühlen? "Zehnmal hintereinander im Chelsea aufzutreten wäre langweilig, und zehnmal Kabarett Niedermair wäre auch nicht so toll“, findet Lollo Pichler. "Super ist, wenn es sich abwechselt, denn dann können wir unsere unterschiedlichen Seiten ausleben.“

In Wien funktioniert das gerade sehr gut: Der Präsentation des neuen Albums "Tschuldigung“ am 2.3. im Schutzhaus Zukunft folgt jetzt ein Auftritt im Chelsea; am 1.4. steht mit dem Stadtsaal dann wieder eine Kleinkunstbühne auf dem Programm. Gs

Chelsea, Do 21.30


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