Vernissagen

Niederösterreich: von niedlich bis unheimlich

Lexikon | aus FALTER 09/11 vom 02.03.2011

Kinder und Tiere ziehen immer, heißt es in der Werbung. Auch den Besucherzahlen von Ausstellungen schaden diese Motive nicht. Nicht weniger als 400 Jahre Bildgeschichte will die Schau "Von Engeln und Bengeln“ zum Kinderbildnis in der Kunsthalle Krems abdecken. Im Barock tauchten kleine Gestalten noch vornehmlich auf dem Schoß von Madonnen. Schon bald wurde auch der Nachwuchs aus Herrscherfamilien zu Repräsentationszwecken herangezogen. Mit 30 Altmeistergemälden aus internationalen Sammlungen geht die Ausstellung auf diese Epochen ein. Die Romantiker idealisierten die Kindheit als ästhetische Lebensphase schlechthin; die Genremalerei eines Ferdinand Georg Waldmüller ist ohne pausbäckige Protagonisten schwer denkbar. Mit Gemälden, Skulpturen, Grafik und Videos führt die Schau bis in die zeitgenössische Kunst, wo etwa bei Yoshitomo Nara die japanische Besessenheit mit Niedlichkeit konterkariert wird. Zum "Erlebnis für die ganze Familie“ gehören auch Kinderkleidung, Mobiliar und Spielzeug.

"Eine Ausstellung für Kinder - Erwachsene willkommen!“ lautet der Untertitel der thematischen Schau, die das Essl Museum diese Woche eröffnet. Die Ausstellung "Festival der Tiere“ will sinnliche Erfahrungen vermitteln, wofür ein großes Programm an Führungen und Workshops zusammengestellt wurde. Die präsentierten Tierdarstellungen reichen von der Kunst der australischen Aborigines bis hin zu zeitgenössischen Starkünstlern wie Paul McCarthy oder Daniel Richter. In den unterschiedlichen Themenbereichen können unheimliche Tiere mit der Taschenlampe erkundet werden, und eine eingezäunte Weide führt zu Kunst, die Bauernhoftiere zeigt. Die Texte zu den Kunstwerken wurden von Kindern verfasst. NS

Kunsthalle Krems, Sa 11.00; bis 3.7.

Sammlung Essl, So 11.00; bis 21.8.


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