Neu im Kino

Proll und Satan: Splatter-spaß "Drive Angry“

Lexikon | Drehli Robnik | aus FALTER 09/11 vom 02.03.2011

Zelebrieren Robert Rodriguez’ Action-Splatstickfilme meist plebejische Latino-Ethnien, so inszeniert Patrick Lussier gern Splattergaudi in ländlich-weißen Proll-Milieus. Lussiers "My Bloody Valentine 3D“ (vor zwei Jahren eine Art Auftakt zum heutigen Sonnenbrillenkino) stellte Bergarbeiterambiente zur Schau; auch seine nun ebenfalls dreidimensional gedrehte Satanismus-Horror-car-Chase-Action-Wurst "Drive Angry“ beschwört eine Welt kleiner Leute, ersetzt jedoch "Klasse“ in jedem Sinn durch Klankultur und Klamauk. Es regiert ein Faible für Autos und (wie in "Valentine“) Gewaltexzess mit nackter Dame im Billigmotel; der generelle Machoschmäh wird durch die rüde Art der Protagonistin (Amber "Mandy Lane“ Heard), ein Peaches-Lied und Ironie nach Schema mehr erweitert als durchkreuzt. Aber manchmal wird das alles doch blöd genug; und das dauernde Werfen spitzer Gegenstände in Schädel auf und Gesichter vor der Leinwand hat noch Reste von Reiz. Als angry rasender Rächer ist Nicolas Cage wieder waidwund, aber besser als in "Ghost Rider“ und - kess blondiert. Aus dem Mann wird noch was!

Derzeit in den Kinos (OF im Artis)


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