Unterhaltsame Korruption und natürlich ein Toter

Steiermark | Herwig G. Höller | aus FALTER 09/11 vom 02.03.2011

Bestsellerautor Veit Heinichen präsentiert neuen Roman

Seine Feder ist spitz, und kürzlich stand Veit Heinichen deshalb auch vor einem österreichischen Gericht. Im Klappentext zum Hypo-Alpe-Adria-Buch des Grazer Journalisten Richard Schneider hatte Heinichen von einer "international tätigen Verbrecherclique" geschrieben. Ohne namentlich genannt zu sein, fühlten sich drei Ex-Menschen der Kärntner Bank betroffen und klagten. In erster Instanz kamen sie damit jedoch nicht durch. Heinichen ist einer der erfolgreichsten deutschen Krimiautoren - er weiß, was er schreibt, und bei internationalen Verbrechercliquen kennt er sich aus. Zeichnen sich seine Werke doch durch sorgfältige Recherchen aus. Bereits sechs Mal ermittelte in Heinichens - so der Literaturwissenschafter Walter Grünzweig - "kulturwissenschaftlichen Kriminalromanen" ein gewisser Commissario Proteo Laurenti. Den hat es aus dem italienischen Süden in die facettenreiche k.u.k. Hafenstadt Triest verschlagen.

Fall Nummer 7 erscheint nächsten Montag, und tags darauf liest Heinichen im Rahmen der Crimeline des Grazer Literaturhauses, es moderiert Falter-Kulturchef Klaus Nüchtern. "Keine Frage des Geschmacks" nennt sich das Werk. Und wieder einmal ist vieles da, was unterhaltsame Lektüre verspricht: Ein toter deutscher Filmproduzent, ein einflussreicher Triestiner Geschäftsmann, eine britische Politikerin, die erpresst wird. Vor dem Hintergrund von Korruption und Verbrechen, der uns tagtäglich in den Zeitungen begegnet, hat es der zeitgenössische Krimiautor nicht einfach, die Realität zu toppen. Aber Heinichen gibt sich große Mühe.

Literaturhaus Graz, Di 20.00


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