Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 09/11 vom 02.03.2011

Eine gewisse Uneinigkeit herrscht redaktionsintern in Hinblick auf das Medium Film. Da ist als Konsument nun wirklich irgendwie jeder dabei (was man vom Mitmachtheater oder der kaukasischen Küche ja nicht uneingeschränkt wird behaupten können). Ein Netz an Gräben durchzieht die Redaktion, die freilich keineswegs mit so altbackenen Dichotomien wie Mainstream versus Experiment, Blockbuster versus Arthouse-Kino zu erfassen sind. Gewiss, im Feuilleton herrscht vielleicht eine gewisse Snobbishness in Hinblick auf Filmpreise mit anglifizierten deutschen Vornamen, wohingegen im Rest der Redaktion die jüngsten Entwicklungen in der guatemaltekischen Found-Footage-Szene oft nur mit gebremstem Enthusiasmus zur Kenntnis genommen werden (man muss das wirklich so hart sagen!). Andererseits gibt es selbst im Feuilleton eine Minderheit, die sich der von der eurokommunistisch unterwanderten Weltcineastenkonferenz verhängten Woody-Allen-Schlechtfindgebot verweigert, oder eine Fraktion, die ein unüblich reges Interesse an der Leuchtdiodentechnologie in Cyberpunkfilmen an den Tag legt (okay, die besteht wirklich nur aus Ingrid Brodnig).

Was die Rezeption von fragwürdigen Feierlichkeiten an der Westküste der USA anbelangt, muss schonungslos einbekannt werden, dass die in der letzten Ausgabe (Seite 25) erhobenen Forderungen des Falter - u.a. nach der Prämierung des Songs "I See the Light“ ("Rapunzel“) - unerfüllt geblieben sind. Das Feuilleton sieht sich also gezwungen, an der Einschätzung der Academy als gerontokratische Larifari-Institution festzuhalten.


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