Glosse 

Wir machen keine Revolution, wir machen lieber Resolutionen!

Symbolpolitik


Barbara Tóth
Falter & Meinung | aus FALTER 09/11 vom 02.03.2011

Resolutionen sind schnell gefasst, tun niemandem weh, verströmen aber trotzdem Aktionismus. So beschloss der Wiener Gemeinderat letzten Oktober eine knallharte Resolution gegen Israel, das eine angebliche Gaza-"Hilfsflotte“ angegriffen hatte. Das mit der Friedfertigkeit war dann nicht ganz so; ein kleiner außenpolitischer Anfängerfehler.

Gespannt wartete die Öffentlichkeit diese Woche darauf, mit welchen tollkühnen Worten sich Wiens Volksvertretung mit den Revolutionären in Tunesien, Ägypten und Libyen solidarisieren würde. Aber sie schwiegen.

Stattdessen wurde eine Resolution an eine andere, fremde Macht beschlossen: den Bund. Er möge eine verpflichtende Frauenquote beschließen. Das hätte Rot-Grün natürlich auch selber machen können. Aber wozu, wenn es Resolutionen gibt?


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