Die Statuspanik der Mittelschicht

Falter & Meinung | aus FALTER 09/11 vom 02.03.2011

Unser Bildungsbürgertum fürchtet sich vor dem Abstieg. Die Schulreform ist nicht der Grund. Eine Replik

Gastkommentar: Harald Walser

Der tiefe Fall des Freiherrn Karl-Theodor zu Guttenberg belegt: Nicht einmal dem Adel geht es um Bildung oder Leistung, sondern um Ansehen, Stand und Titel. Da darf man dem österreichischen Bürger- und Kleinbürgertum nicht böse sein, wenn es zur Abgrenzung nach unten auf den Fortbestand der Langform des Gymnasiums beharrt. Dort sind die eigenen Kinder zumindest sicher vor den Gleichaltrigen aus der Türkei, Albanien oder Rudolfsheim-Fünfhaus.

Der soziologisch nicht leicht fassbare "Mittelstand“ sorgt sich um seinen gesellschaftlichen Status. Und einige Fakten bestätigen diese Sorgen: Allein in Deutschland stiegen seit 2000 zehn Prozent der Bevölkerung in die untere Gesellschaftsschicht ab. Der Kultursender Arte brachte es kürzlich in einer Reportage für ganz Europa auf den Punkt: "Mittelschicht - Angst vor dem Abstieg“. Bei denen, die noch oben


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