Kolumne  

Wieso der größenwahnsinnige Diktator so lange überlebte

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 09/11 vom 02.03.2011

Den ehemaligen tunesischen Diktator Ben Ali lernte die Welt erst kennen, als er sein Land verließ. Hosni Mubarak blieb den meisten Menschen außerhalb Ägyptens egal, die eigenen Untertanen machten sich gerne über ihn lustig.

Muammar al-Gaddafi, der sein Land lieber in Schutt und Asche legt, als sich der Aufstandsbewegung seines Volkes zu beugen, ist dagegen seit Jahrzehnten eine polarisierende Figur der Weltpolitik.

Der Revolutionsführer war Produkt der panarabischen Radikalisierung nach der Niederlage gegen Israel im Sechstagekrieg 1967. Seine antiimperialistische Rhetorik brachte ihn rasch auf Kollisionskurs mit den USA.

Mit Geld und Waffen griff Gaddafi dissidenten Palästinenserfraktionen, kurdischen Aktivisten und der Irischen Republikanischen Armee unter die Arme. Lange bevor Jörg Haider oder Silvio Berlusconi die finanziellen Vorteile einer Freundschaft mit Gaddafi entdeckten, pilgerten auch alternative Aktivisten aus Österreich nach Tripolis.

In der arabischen Welt wurde Gaddafi


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