Die nachgeborene Vorkämpferin

Politik | aus FALTER 09/11 vom 02.03.2011

Sigrid Maurer wollte Jazzsängerin werden. Nun könnte die ÖH-Chefin in den Nationalrat wechseln. Als grüne Abgeordnete.

Porträt: Stefan Apfl

Als Sigrid Maurer ihr Handy abhebt, traut sie ihren Ohren nicht. Die Stimme am anderen Ende der Leitung gratuliert ihr zur Verleihung der diesjährigen "Brennnessel“. "Das ist doch ein Sexistenpreis!“, denkt sich die Chefin der Hochschülerschaft (ÖH).

Einmal wurde die "Brennnessel“ erst vergeben: Der burgenländische Landtagspräsident Walter Prior (SPÖ) erhielt sie, weil er zu einer Grünen gesagt hatte, sie möge "heimgehen und ihren Mann fragen, wenn sie etwas nicht versteht“. Diesmal, versucht die Stimme am Telefon die Feministin zu beschwichtigen, solle es eine positive Auszeichnung sein.

Einen Monat ist das Telefonat mittlerweile her. Maurer, 25, trinkt im Wiener Café Prückel einen Latte macchiato. Warum sie den Preis doch angenommen habe? Man müsse "so Frauenzeug“ unterstützen, sagt sie.

Die ÖH-Chefin erhält den Preis ja nicht


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