Nachgesehen  

Politik | Ruth Ehrenreich | aus FALTER 09/11 vom 02.03.2011

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Hannibal? Aisha? Wer steht da vor der Wiener Gaddafi-Villa?

Das Türschild ist unbeschriftet, Bewegungsmelder und Kameras überwachen das weiße Haus im Nobelbezirk Döbling. Hier residiert hin und wieder Saif al-Islam al-Gaddafi, zweiter Sohn des libyschen Diktators. Gerüchte, wonach Teile der Diktatorenfamilie gerade in Österreich seien, wies Innenministerin Maria Fekter in der "Pressestunde“ zurück: "zumindest nicht unter dem Namen Gaddafi“.

Am unteren Ende des steilen Gässchens hält derweil ein schwarzer Lexus, ein Chauffeur mit Ray-Ban-Sonnenbrille öffnet die Tür. Ein stämmiger Mann mit zurückgegeltem schwarzem Haar steigt aus. Ihm folgt eine Frau, elegant gekleidet, ein locker sitzendes Kopftuch bedeckt einen Teil ihrer blondierten Haare. Die beiden gehen auf das weiße Haus zu. Sie seien Schweden, erklären sie, und würden sich hier, am äußersten Rande Wiens, "nur umschauen“. Sie sehen Aisha und Hannibal al-Gaddafi, der Tochter und dem fünften Sohn des Diktators, zum Verwechseln ähnlich.


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