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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 09/11 vom 02.03.2011

Journalisten gehen immer öfter die Worte aus - speziell in Interviews. Wie ist es sonst zu erklären, dass stattdessen in Klammern gepackt wird, was man im Interview anscheinend nicht zu transportieren vermag. Stattdessen versucht man sich mit einem (lacht) hinter einem lustig gemeinten Satz, der bei den Lesern aber nicht lustig ankommt, zu retten. Besonders kreativ ist in dieser Kategorie das Frauenmagazin Woman. In der aktuellen Ausgabe haben die Woman-Redakteurinnen nicht nur in so gut wie jedem Interview mindestens ein zusätzliches (lacht) eingebaut, das Sprachpuristen leiden lässt. Da gibt es auch noch (lächelt), (schmunzelt) oder (altklug) als Hinweis an die Leserschaft, dass eine junge Interviewpartnerin peinlich klug klingen möchte. Als hätten wir das nicht auch so gemerkt. Nur bei einem wäre ich gerne dabei gewesen: Wie war das genau, als Opernball-Lady Desirée Treichl-Stürgkh im Interview über ihr überwundenes Burn-out nach vier Mal (lacht) von Woman sogar ein (zerkugelt sich) bekam?


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