Unaufgeregt klingen die Lieder von Radioheads König der Glieder

Feuilleton | aus FALTER 09/11 vom 02.03.2011

Legal Download: Gerhard Stöger

Was für ein Spaß: Radiohead, eine der letzten wirklichen Popsuperstars unserer Zeit, kündigen an einem Montag an, demnächst ihr neues Album ins Netz zu stellen - und am Freitag ist "The King of Limbs“ tatsächlich über die Bandwebsite zu erwerben. Interessant, dass die Geheimhaltung der Aktion im Vorfeld funktionierte; und interessant auch, welche mediale Erregung dieses Maximum an marketingtechnischer Unaufgeregtheit erzeugte. Radiohead sind eben Radiohead - jene britische Band, die von traurigem Gitarrenpop irgendwann zu noch viel traurigerer elektronischer Brüchigkeit aufbrach und damit erst recht zur bedeutendsten Popgruppe ihrer Generation wurde.

Die Bestandteile auf "The King of Limbs“ sind keineswegs neu. Die Mischung aus schroffer Elektronik, gezupfter Gitarre und berührender Melodie, aus Keyboardgeplucker, sanftem Klavierspiel und Thom Yorkes Trauerweidengesang zeichnet sich in den acht angenehm kompakt gehaltenen Songs aber weniger durch forcierte Bedeutungsschwere als vielmehr durch einnehmende Leichtfüßigkeit aus. Das kann man natürlich als "unspektakulär“ abtun. Man kann es aber auch schlicht und einfach wunderschön finden.

Radiohead: The King of Limbs ( www.radiohead.com; in physischer Form ab 25.3. erhältlich)


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