Ins Mark  

Null-Meldungen

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 09/11 vom 02.03.2011

Gabi Burgstaller reagierte rasch. Die rote Landeshauptfrau sieht auch in Salzburg die Zeit für Frauenquoten gekommen und will diese demnächst für Aufsichtsräte in Unternehmen mit Landesbeteiligung einführen. Sie antwortete damit auf den Sinneswandel von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), der nun auch Quoten in den Aufsichtsgremien staatsnaher Betriebe befürwortet. Weil er gelernt hat, dass "man mit reiner Freiwilligkeit nichts bewirkt“.

Und was kommt von den steirischen Regierungsspitzen? Kein Ton. Man könnte ihnen zugutehalten, dass in der Steiermark Ferien waren. Nur: Die Schieflagen in den landesnahen Betrieben hätten ihnen schon länger auffallen können. Beispiel Energie Steiermark, an der das Land die Mehrheit hält: Unter zwölf Aufsichtsräten sitzt eine einsame Frau. Eher noch sinistrer geht es bei den Hundert-Prozent-Landestöchtern zu: Krankenanstaltengesellschaft: null Frauen; Steiermark Tourismus: eine; Wirtschaftsförderungsgesellschaft: ebenfalls eine Null-Meldung.

Sollten tatsächlich noch entschlossene Ansagen von Landeshäuptling Voves (SP) und Vize Schützenhöfer (VP) kommen, müssten sie auch ihre eigenen Frauenanteile erklären: dreißig Prozent bei den Roten im Landtag, 27 bei den Schwarzen. Klubchefs: null. In der Regierung steht’s immerhin bei den Roten fifty-fifty.

Dabei fordern die Landesrätinnen beider Parteien längst Quoten und Reißverschlussprinzip. Die Positionierungen verlaufen hier immer stärker nach dem Geschlecht als nach der Partei. Die Parteispitzen müssen aufpassen, dass sie nicht die Loyalität großer Teile ihres Personals wie auch ihrer Anhängerinnen verlieren.

Gerlinde Pölsler leitet das Ressort Stadtleben im Steiermark-Falter


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