Hundert Jahre Zeitausgleich

Befindlichkeitskolumne

Steiermark | aus FALTER 09/11 vom 02.03.2011

Vorschlag zur attraktiveren PR der Öko-Service GmbH

Der Rotfuchs ranzt, das Fräulein tanzt, die Hecke sprießt, der Bürger niest. Der Garten ist sehr ungepflegt, der Bürger ist schon ganz erregt, er muss jetzt seinen Rasen mähen oder einen Mord begehen. Ob Strauch, ob Baum, ob Kind, ob Kegel, der Bürger folgt der alten Regel: Wenn die Frühlingsvögel singen, sollst du die Heckenschere schwingen! Sie macht dich fröhlich und entspannt, sie liegt so gut in deiner Hand, sie ist dein feuchter Frühlingstraum, sie schneidet Knochen, Gras und Baum. Es spritzen Blut, Heu und Gedärme, die Schere spendet Trost und Wärme, die ganze lange Frühlingszeit, steht sie zu dir, allzeit bereit. Danach musst du die Kleider wechseln und die Überreste häckseln. Und höre nun die frohe Kunde: Die erste halbe Häckselstunde pro Jahr und Schnitt und Liegenschaft, inklusive Arbeitskraft, kriegst du gratis, und das Beste: Alle deine Überreste musst du nicht mehr transportieren, denn du kannst sie kompostieren! Auf ihnen werden Blumen wachsen, ein Garten herrlich zum Relaxen, für Ruhm und Glanz und Sex und Ehre, für dich und deine Heckenschere! (Für jede weitere Arbeitsstunde wird ein geförderter Tarif verrechnet.)

Dramatiker Johannes Schrettle ist zwar kaum in Graz, dennoch weiß er immer was von dort zu berichten


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