Ein Lüstchen für den Tag und eines für die Nacht

Moral III: Rainer Erlinger legt eine kantianische praktische Ethik vor, mit der es sich gut leben lässt

KONRAD PAUL LIESSMANN | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Wenn dieses vielzitierte Diktum Bertolt Brechts stimmt, dann gibt es hierzulande wahrlich mehr als genug zu essen. Denn so viel Moral war nie. Alle sind satt - und kümmern sich nun um das Gute. Bücher über Tugenden und Laster haben ebenso Konjunktur wie Empfehlungen, wie man sein Leben ändern muss, die Ethik boomt in der Wirtschaft, in der Medizin und im Tierreich. Politiker werden, im Gegensatz etwa zu Popstars, daran gemessen, inwiefern sie sich nicht nur gesetzeskonform, sondern auch moralisch verhalten, allerorten werden Wertedebatten geführt, und wer wissen will, wie man sich in seinem eigenen bescheidenen Alltag moralisch so richtig gut fühlen kann, kann sich nun von Rainer Erlinger beraten lassen.

Erlinger, promovierter Jurist und Mediziner, ist durch seine Kolumnen in der Süddeutschen Zeitung bekannt geworden. Unter dem Titel "Die Gewissensfrage" behandelt er Anfragen seiner Leser zu alltagsmoralischen Problemen. Da geht es dann darum,


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