Am Schwarzmarkt der Justizdaten


Bericht: Florian Klenk
Politik | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Die Datenaffäre im Justizministerium ist kein Einzelfall. Dem Falter wurden 8500 Häftlingsdateien angeboten

Die drei Unbekannten waren unangemeldet in der Falter-Redaktion erschienen, in einem Rucksack trugen sie einen altmodischen Laptop. Sie hätten "heiße Ware“ anzubieten, protzten sie. Es gehe um Datensätze tausender Bürger, darunter auch Wirtschaftskriminelle.

Die Unbekannten klappten ihren Laptop auf, legten eine CD ein und öffneten eine hunderte Seiten lange Word-Datei. Darauf waren die wohl sensibelsten Daten des Justizministeriums gespeichert: Namen und Fotos von 8500 Häftlingen sowie der Familienstand, das Religionsbekenntnis, Vornamen der Eltern, der erlernte Beruf, Aufnahme- und Entlassungsdaten und Vorstrafen.

Es sind offenbar gestohlene Datensätze der "integrierten Vollzugsverwaltung“ des österreichischen Justizministeriums, die angeboten wurden. Journalistisch sind diese höchstpersönlichen Daten völlig wertlos - für die betroffenen Häftlinge stellen sie eine

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