Von "Arbeitsmaiden“ und dem Zwang zur Volksgemeinschaft

Politik | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

:: Ein verpflichtender Sozialdienst ist ohne Wehrpflicht menschenrechtlich nicht zulässig. Das hat auch historische Gründe. Denn einen Arbeitsdienst gab es bei uns zuletzt unter den Nazis - den Reichsarbeitsdienst (RAD). Ein Gespräch mit der Historikerin Eva Blimlinger.

Falter: Welche Ziele verfolgte der Reichsarbeitsdienst?

Eva Blimlinger: Ab 1935 war er zunächst für die männliche Jugend vor dem Dienst in der Wehrmacht verpflichtend. Sie arbeiteten vor allem im Straßenbau. Erst mit Beginn des Kriegs wurde er auf die weibliche Jugend ausgedehnt.

Ging es mehr um die billige Arbeitskraft oder um die ideologische Erziehung?

Blimlinger: Um beides. Im Gesetz hieß es: "Der Reichsarbeitsdienst soll die deutsche Jugend im Geiste des Nationalsozialismus zur Volksgemeinschaft und zur wahren Arbeitsauffassung, vor allem zur gebührenden Achtung der Handarbeit erziehen.“ Die Idee war, die Arbeitsmoral zu heben und Klassengegensätze zu beseitigen, durch die gemeinsame körperliche Arbeit, aber


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