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9,50 Euro für ein Paar Würstel? Nicht einmal am Opernball!

  Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Politik | Ruth Eisenreich | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Die Nacht des Opernballs, drei Uhr früh. Vor der Oper verteilen Promoter einer Bäckereikette Krapfen, Promoter einer Tageszeitung essen sie hinter einer Säule. In der Operngasse stehen sieben Übertragungswagen des ORF, dazwischen zwei Dixie-Klos. Und am Würstelstand hinter der Oper drängen sich Ballgäste in allen Stadien der Entkostümierung. Eine Dame in einem perlenbestickten Kleid schultert einen Eastpak-Rucksack und verabschiedet sich von einer anderen mit aufgelöster Hochsteckfrisur. Eine Frau in einer roten Robe sticht eine Plastikgabel in ihr Würstel, eine dunkelhaarige Debütantin beißt in einen Hotdog. Nicht, dass es am Opernball kein Essen gäbe. Neben "gebratenem Hummermedaillon auf getrüffeltem Salat“ und "rosa Taubenbrust auf Erbsenpüree mit Wachtelspiegelei“ werden in der Staatsoper auch Würstel angeboten. Nur kosten die 9,50 Euro - zu viel, finden die Damen und Herren am Würstelstand. Der Preis für eine Opernballkarte beträgt 230 Euro. F


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