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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Möglichst alle Seiten zu beleuchten ist prinzipiell etwas Gutes. Aber so wie der Standard vergangene Woche versuchte, die Dinge besonders ausgewogen darzustellen, das war schon ziemlich daneben. Die Tageszeitung brachte im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Mak-Chef Peter Noever und einer von verschiedenen Künstlern unterstützten "Pro Noever“-Homepage statt einem Kommentar gleich zwei: einen Text pro Noever und gleich darunter einen kontra. Im Pro-Teil lobte der Standard die "Millionenwerte“, die Noever durch Künstlerschenkungen dem Land erwirtschaftete, und kritisierte die Medien für ihre "Lust am Skandal“. Wofür es bei so viel Ausgewogenheit aber weder beim Pro noch beim Kontra eine Zeile Platz gab, war das, weswegen Noever zurücktreten musste: Wie Wirtschaftsprüfer herausfanden, hatte der Ex-Museumschef zumindest zehnmal auf Kosten der Republik im Museum privat gefeiert. Der Schaden: Mehr als 100.000 Euro. Das zu verschweigen fällt wohl nicht unter die Kategorie Ausgewogenheit. F


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