Der Avantgardist und produktive Nihilist in der Maske des Kulturbeamten

Feuilleton | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

:: Mit "Monsieur Mak“ verlässt ein Kulturproduzent und Künstler die Bühne, der mit Zähigkeit und Geschmacksintelligenz das verstaubte "Gewerbemuseum“ in den 80er- und 90er-Jahren in der Gegenwart ankommen ließ. Für alle international relevanten Architekten und Architektinnen oder Designer dieser Zeit war es ein Must, ins Mak eingeladen zu werden.

Noever verschaffte Wien immer wieder die Aura weltläufiger Urbanität. Die historistische Architekturvorgabe hat er angenehm modernisiert, manch spektakulärer Wechselausstellung Raum gegeben - zur Neupräsentation der Sammlungsbestände ließ er die Kustodinnen und Kustoden mit Contemporary Artists von Weltrang zusammenarbeiten, zweifellos das Highlight seiner Amtszeit.

Noevers Drang nach "Expansion in die Welt“ brachte das Label "Mak“ nach Los Angeles, wo das "Schindler House“ die Noblesse der Wiener Zwischenkriegsmoderne bis dato repräsentiert.

Als Directeur blieb Noever ein Provocateur, dem es immer wieder gelang, das strukturkonservative


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige