Jeder hat die Freunde, die er verdient: Die Kulturelite sitzt am Stammtisch

Feuilleton | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

:: In Deutschland hat ein Minister Mist gebaut. Trotz der Kampagne der größten Boulevardzeitung und bizarrer Legitimierungsversuche der Kanzlerin tritt Theo zu Guttenberg zurück. Selbst dessen Anhänger finden das normal.

In Österreich hat ein Museumsdirektor Mist gebaut. Erstaunlicherweise tritt er - in diesem Land alles andere als selbstverständlich - zurück. Seine Anhänger, Menschen aus der Kunst, dem Kulturbetrieb, der akademischen und der "freien“ Intelligenz, finden das empörend.

In ihren Augen kann der Direktor, der jedem Produkt aus eigener oder auch fremder Hand, das "sein Haus“ hervorbrachte, fett den Stempel "Peter Noever“ aufzuprägen wusste und ein Virtuose der Kampagnenführung in eigener Sache war, nur Opfer einer Kampagne sein.

Die Pro-Noever-Homepage, die so hurtig eingerichtet wurde, wie es dem dort adorierten Weltprofi des Strippenziehertums entspricht, ist jetzt schon ein historisches Dokument: Sie belegt die freiwillige Verwahrlosung eines Milieus, das


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