Ein unheimlich starker Abgang

Feuilleton | Porträt: Michael Pekler | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

In der Zwischenkriegszeit war Dorothy Arzner die einzige erfolgreiche Regisseurin Hollywoods. Das Filmmuseum widmet ihr eine Retrospektive

Harriet Craig ist eine vernünftige Frau. Aus diesem Grund hat sie einen reichen Mann geheiratet, dem sie ihr schönes Haus verdankt. Von der Vase bis zum Nippes muss alles genau an seinem Platz sein, so wie Harriet als schöne Unberührbare den ihrigen gefunden hat. Mit aufrechtem Gang stolziert sie durch die hohen Räume, erteilt den Dienstboten Befehle und wirkt sogar am Totenbett ihrer Mutter ungerührt wie ein Fels. Der schöne Schein ist ihr alles, und für diesen muss Harriet am Ende natürlich einen hohen Preis bezahlen.

"Craig’s Wife“ ist ein Moralstück und erzählt davon, dass man sich Freunde und Liebe nicht kaufen kann. George Kelly, Onkel einer später bekannten Fürstin von Monaco, landete damit einen Broadway-Erfolg und erhielt obendrein den Pulitzer-Preis. Nach einer ersten Verfilmung 1928 durch William C. de Mille suchte man acht


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