Die Schande, die nimmt ihren Lauf, der Dichter setzt den Strohhut auf

Feuilleton | Buchbesprechung: Karl-Markus Gauss | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

In seinem historischen Roman "Der Dichter“ gibt sich der Südkoreaner Yi Munyol keine Mühe, uns das alte oder das gegenwärtige Korea verständlich zu machen. Gut so!

Korea im Jahr 1811. In der Provinz bricht eine Revolte gegen den fernen König aus, der sich auch der angesehene Kommandant der Stadt Pyongan anschließt. Als der Aufstand blutig niedergeschlagen ist, wird über seine Familie die Ächtung bis in die dritte Generation verhängt.

Schon der Sohn des Kommandanten, aus dem Hochadel ins Lumpenproletariat verstoßen, versucht durch unerschütterliche Untertanentreue die Ehre der Familie wiederherzustellen, aber er stirbt vorzeitig, von der beständigen staatsbürgerlichen Fleißarbeit erschöpft. Auch der Enkel steht permanent unter Druck, er muss als "Abkömmling eines Verräters“ einfach besser, ergebener, pflichtbewusster sein als seine Kameraden in der Schule.

"Lernen ist der Schlüssel zur Macht“, wird er von seiner Mutter belehrt, und wie es ein sino-amerikanischer Bestseller


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