Weiß irgendjemand, was wir hier machen? Nein, ist aber vielleicht auch egal!

Feuilleton | Uraufführungsbesuch: Klaus Nüchtern | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Willkommen bei der umstrittensten Sendung der Welt“, wird der Besucher zu Beginn dieses Fernsehen-im-Theater-Abends begrüßt, an dem die Suizid-Show "The Art of Entertainment“ die Grenze von 110 Millionen Zusehern endlich überschreiten möchte. Sylvie Rohrer (neben Michael König in der Rolle des Promiselbstmörders Saul J. Waner einer der beiden Leihspieler, die das Burgtheater für diese Produktion zur Verfügung stellt) hat sich kess zwei Achselhaarbüschel aufgeklebt - was man als Fußnote zum Spiel mit der Authentizität verstehen mag, das hier getrieben wird: eine Illusion, die jeder durchschaut, und ein Hinweis darauf, dass es so "schmutzig“, wie getan wird, dann doch nicht werden wird …

"Nanu, eine Mediensatire?!“, mag sich verwundert fragen, wer die Needcompany schon gesehen hat. Auch im begleitenden Programmheft ist viel und durchaus Kluges über "die Tragödie des Beifalls“, "die perfekte Medialisierung des Terrors“ oder "postmodernistische Mythologie“ zu lesen.


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