"Vegetarier wissen nicht, was sie tun“

Der Philosoph Robert Pfaller über verbissene Askese, elegantes Rauchen und die Exzesse von Charlie Sheen

Feuilleton | Interview: Matthias Dusini | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Tugendwächter aller Art sind das Ziel der philosophischen Angriffe Robert Pfallers. Im Reden, Konsumieren und Sex neige die postmoderne Gesellschaft zu verbissenem Verzicht, lautet eine seiner These. Seine von Selbstironie und großer Lust am Widerspruch geprägten Argumente machten ihn zu einem Liebling der Feuilletons. In seinem neuen Buch geht er die Frage nach dem Glück direkt an: Wofür lohnt es sich zu leben?

Falter: Schriftsteller schreiben derzeit Bücher darüber, dass sie kein Fleisch mehr essen. Andere hören mit dem Shoppen auf. Woher kommt diese Lust an der Askese?

Robert Pfaller: Wenn Menschen verzichten, ersetzen sie etwas durch etwas anderes - zum Beispiel Lust durch Selbstachtung. Unser Glück ist abhängig von dem Verhältnis zwischen unseren Wünschen und der Möglichkeit, die wünschenswerten Dinge zu besitzen. An beiden Polen kann man etwas modifizieren: Man kann schauen, dass man reicher wird, um sich mehr zu kaufen; oder aber man ändert die Wünsche und versucht,


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