Stadtrand 

Ewiger Bauzaun: Wann dürfen wir zu Theseus?

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Matthias Dusini | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Jene Wiener Sprayer, die letzten Sommer im Falter die Geschichte über den Theseus-Tempel im Volksgarten gelesen haben, werden sich wundern. Warum steht noch immer der Bauzaun um das klassizistische Kleinod herum, das nunmehr in so einladendem Weiß erstrahlt, dass man am liebsten drüberschlecken würde? Die Dose juckt schon in der schlabbrigen XXL-Hose. Pfffffff.

Man ist es eher aus Istanbul oder Palermo gewohnt, dass Denkmäler so lange eingerüstet sind, bis das Gerüst selbst baufällig ist. Sind die aber marod! Warum darf man aber nicht endlich an den Soft-Touch-Tempel heran, in dessen Umfeld schon lange kein Arbeiter gesehen wurde? Wenn es darum geht, sich vorher die Hände zu waschen - bittesehr!

Palermitanisch wirkt vergleichsweise das Baugerüst vor dem Künstlerhaus. Es ist fast so alt wie das Gebäude dahinter, und noch immer war kein Hammerschlag zu vernehmen. Vielleicht ist es dem Haus zu kalt. Oder es soll mittels Fassadenwerbung ein bisschen Denkmalschutzgeld herausgepresst werden. F


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