Hundert Jahre Zeitausgleich

Die Geister sind willig, das Fleisch ist schiach

Befindlichkeitskolumne

Steiermark | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

In dem Swingerclub unseres Vertrauens gibt es am Faschingsdienstag ein Glas Sekt gratis für alle, die mit Verkleidung kommen, wobei das "Verkleidung“ unter Anführungszeichen steht, ebenso wie das "all you can eat“, es gibt faschierte Laiberl für alle. Wenn man so was liest, kann man kaum mehr unbefangen an Faschiertes Denken, man muss immer gleichzeitig an Swingerclubs denken, speziell wenn beim Billa die Wurstfachkräfte lustige Zipfelmützen oder Cowboyhüte oder Clownnasen tragen. Man kriegt die Gedanken einfach nicht mehr los. Aus dem Radio wissen wir, dass es jemanden gibt, der einmal pro Woche aus Faschiertem einen Torso formt, um mit ihm zu verkehren. Danach wird das Zeug verbrannt. Alles wird zu Asche, und der Aschermittwoch ist der Tag, wo wir unsere ganzen Gedanken und Phantasien und so endlich reinigen und nicht mehr an Faschiertes denken, sondern an Feen, Engeln, Elfen, Einhörner und andere ätherische Wesen, die nicht aus Fleisch, sondern aus Luft bestehen und die man in wahnsinnig günstigen Workshops in Geidorf kontaktieren kann, "eine gute Zeit mit ihnen zu verbringen“. Hier zahlen Paare, Singles und Solodamen denselben Preis, es gibt aber auch kein Buffet. Aber Buffets sind sowieso überschätzt. Sie sind abzulehnen. Es gibt dort nie Frittatensuppe. F


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