Ein Freak kommt selten allein

Die morbide Londoner Band The Tiger Lillies gastiert mit ihrer "Freakshow“ im Gasometer

Lexikon | Valerie Kattenfeld | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Bei einem Konzert sang ich einen Song, in dem ich meine Mutter foltere und töte. Am Anfang haben die Leute noch gelacht, dann wurde es immer stiller im Publikum, und am Ende hat niemand geklatscht.“

Das sind die Tiger Lillies: böse, verstörende Songs, am liebsten irgendwas zum Thema Tod, Mord, Gewalt, Prostitution oder Außenseitertum. Auch die drei Musiker selbst sehen nicht wie 08/15-Entertainer aus: Martyn Jacques hat stets eine weiße, clownesk-groteske Maske ins Gesicht geschminkt; er und seine Kollegen Adrian Stout und Adrian Huge immer in Anzug und mit Hut; gespielt wird vorrangig auf elektronikfreien Instrumenten: Akkordeon, Klavier, Kontrabass und Schlagzeug.

Altmodisch nennen es die einen, "instantly recognizable“, sagen die Tiger Lillies. Sie sehen sich als zeitlose Band mit zeitlosen Themen, in deren auf mittlerweile 24 (!) Alben verteilten Songs es zum Glück nicht immer um das Abschlachten von nahen Familienmitgliedern geht.

In ihrem neuen Werk begeben sich die Tiger Lillies


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