Kritiken

Monotonie im Bunker: Sophokles, unterkühlt

Andrea Wenzl als Antigone

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Es ist alles kühl und distanziert in Stephan Müllers Inszenierung von Sophokles’ "Antigone“. Die Geschichte von Antigone (Andrea Wenzl), die trotz König Kreons Verbot, den "Vaterlandsverräter“ zu bestatten, ihren toten Bruder begräbt, wird von Anfang bis Ende gleichbleibend erzählt. Die Bühne (Hyun Chu), die lediglich aus einer massiven grauen Mauer besteht, hat Betonbunker-Atmosphäre, die Musik (Wolfgang Mitterer) ist düster, die Frauen tragen braune Hemdkleider, die Männer braune Soldatenanzüge, der Chor spricht rhythmisch und monoton. Die Anlehnung an Farben und Gesten des Nationalsozialismus ist fehl am Platz; trotz einiger Slapstick- einlagen mittendrin entwickelt Müllers Inszenierung der griechischen Tragödie eine Monotonie, die an Langeweile grenzt.

Volkstheater, Di 19.30


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