Film

Traumimplantate nach Philip K. Dick: "Der Plan“

Neu im Kino

Lexikon | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Matt Damon und Emily Blunt auf ihrer Flucht vor der Romantic Comedy

Der Plan“, im Original "The Adjustment Bureau“, ist eine eierlegende Wollmilchsau von einem Film: Er hat für alle von allem etwas, aber von nichts allzu viel; arm an Eiern, Wolle und Milch, ist diese Sau eher Matt als Dick. Matt Damon spielt in der Adaption einer Short Story von Philip K. Dick einen sympathischen, aufstrebenden Jungpolitiker, der unbeirrbar an seiner Liebe zu einer Zufallsbegegnung festhält, obwohl mysteriöse Mächte ständig drohen und intervenieren, um zu verhindern, dass er und sie ein Paar werden.

Als sympathischer Machtskeptiker hat Damon in einigen Politkrimis agiert, als Spielball von Verschwörern in der Bourne-Trilogie; also passt die Hauptrolle eh. Das allmächtig-konspirative Büro, das sein Leben manipuliert, sorgt in "Der Plan“ für einige Momente düster-paranoider Identitätsverwirrung, wie man sie mit Dick-Verfilmungen assoziiert. Insgesamt jedoch überwiegt Wohlig-Vertrautes: Die Bürokräfte tragen Hut und Anzug im Früh-Sixties-Grau; diesen Look sowie Weißhaupt John Slattery in der Rolle eines Zynikers im unteren Management kennt man aus "Mad Men“. (Oder man ist so alt, dass man sich an die zynischen Traumplaner im Anzug aus "Matrix“ erinnert.)

Regiedebütant George Nolfi inszeniert Hallen-Schauplätze mit viel Blick für Raum - und Verfolgungsjagden durch digital verdrehte Hausfassaden mit viel Blick auf "Inception“. Seine Wunschimplantatsfantasy macht große Worte in Sachen free will, will aber auch flockige Romantic Comedy sein, also rückt die dem Plan trotzende Liebesgeschichte in den Vordergrund (ein Hauch von "Eternal Sunshine of the Spotless Mind“). Und weil Ballett derzeit allseits gut ankommt, ist die Heldin (Charmebombe Emily Blunt) von Beruf Ballerina. Und so zirpt die Musik, flauscht die Wolllegging, liebt und neckt sich das verhinderte Paar, und alles ist so durchaus amüsant und sympathisch wie geplant.

DREHLI ROBNIK

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis und Village)


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