Neu im Kino

"Mein bester Feind“: Nazi- Farce mit Augenzwinkern

Lexikon | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Nach einer Reihe von Bild- und Wortmotiven zu Auge, Blick und Ansichtssache endet alles mit einem In-die-Kamera-Zwinkern von Moritz Bleibtreu. Damit zwinkert diese Farce uns zu: "Ich weiß eh, vieles hier wirkt hanebüchen - und bekannt aus anderen Holocaust-Filmen“. - Wien 1938: Dem Sohn jüdischer Kunsthändler (Bleibtreu) wird sein Jugendfreund, Prolet mit Aufstiegschance bei der SS (Georg Friedrich), zum Feind; das bewirkt ein Augenblick namens "Anschluss“. Es beginnt ein Verwechslungsplot um eine Michelangelo-Fälschung und Vaters Vermächtnis "Behalt mich im Auge“. "Mein bester Feind“ zeigt Nazi-Historie als Sache von Kostümen und Ansichten. Man müsste da allerdings mitdenken, dass Kostüme und Ansichten das Um und Auf sind. Regisseur Murnberger jedoch setzt eine Realität hinter dem Kostüm hinzu. Worin soll die bestehen? Im Allzumenschlichen der Psychologie? Dafür spricht, dass hier "Arisierung“, Lager und Restitution ahistorisch als Komödie eines trickreichen Hin und Her inszeniert sind. Oder ist die Realität jene des Massenmords? Die wird - nur - dadurch spürbar, dass der Film unlustig bleibt. So oder so: Man drückt ein Auge zu. DR

Ab Fr in den Kinos


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