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Kurz besprochen: Was wir sind und was wir wissen wollen und sollen

Lexikon | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Identitätsdiebstahl

Dan Chaon: Identität. Thriller. Deutsch von Giovanni und Ditte Bandini. Rowohlt Polaris, 397 S., € 15,40

Von der ersten Zeile an ist klar: Hier schreibt ein Autor, der weiß, wie man erzählt. Drei Geschichten führt Chaon mit langem Atem zusammen: Ein junger Mann rast mit seinem Vater ins Hospital, um sich seine abgeschnittene Hand wieder annähen zu lassen; Lucy ist mit ihrem Highschool-Lehrer durchgebrannt und landet in einem verlassenen Motel an einem ausgetrockneten See irgendwo in Nebraska: Miles sucht seinen durchgeknallten Bruder ganz weit oben in den kanadischen Nordwest-Territorien.

Irgendwann ahnt man: Die Storys hängen zusammen. Es geht um einen Menschen, der seine Identitäten wechselt, um Banken zu betrügen und seinen Verfolgern zu entkommen. Wer sind wir? Sind wir mehrere? Haben wir die Möglichkeit, unser Ich selbst zu definieren? Darüber hinaus wird eine Familiengeschichte über unzertrennliche und doch getrennte Brüder und einen verschwundenen


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