Wer bloß hat Mann und Frau dann auch noch das Telefon gegeben?!?

KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Die soeben in einem sehr eleganten silbergrauen Bändchen aufgelegte Auswahl von "New Yorker Geschichten" (allesamt aus "The Portable Dorothy Parker" von 1944) sind überwiegend Konversationsduelle zwischen Mann und Frau. Für Abwechslung sorgen erzähltechnische und mediale Variationen, sprich: die An- oder Abwesenheit eines Gegenübers beziehungsweise eines Telefons. Der Kampf der Geschlechter hat die physische Anwesenheit beider Adversanten nämlich nicht zwingend zur Voraussetzung. Zum einen erleichtert die Erfindung des Telefons die Möglichkeiten, das über Mann und Frau verhängte und vorsätzlich prolongierte Missverständnis auch über weite Entfernungen hin aufrechtzuerhalten; zum anderen ist das auch dann möglich, wenn der "Gesprächspartner" (im Text) gar nicht antwortet.

Parkers sarkastischer Blick auf das Verhältnis von Mann und Frau - etwa in der kurzen Geschichte "Die Geschlechter", in der das Paar schon zu Beginn der Hochzeitsreise in heillosen Streit gerät - sorgt dafür,


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