Isi und Cevdet waren auch einmal jung

Orhan Pamuk und Mario Levi erzählen die jüngere Geschichte der Türkei als Familienroman

JULIA KOSPACH | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

An "Anna Karenina" und an den "Buddenbrooks" habe er sich orientiert, als er als 22-Jähriger seinen Roman "Cevdet und seine Söhne" schrieb, erzählt Orhan Pamuk im Nachwort. Das Romandebüt des türkischen Literaturnobelpreisträgers erscheint nun zum ersten Mal auf Deutsch. Es ist die Chronik einer Istanbuler Familie über drei Generationen und zugleich ein Panorama der türkischen Geschichte vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis ins Jahr 1970.

Auch bei seiner eigenen Familie hat Pamuk dafür Anleihen genommen. "Cevdet und seine Söhne" ist ein ganz und gar erstaunliches Buch, nicht nur, aber auch, wenn man sich die Jugend des Autors während seiner Entstehung vor Augen hält - verschwenderisch üppig in den Beschreibungen, rhythmisch souverän in der Erzählführung, tiefgründig und offenherzig in der Figurenzeichnung, elegant im Schlagen der großen historischen Bögen, die sich in den Augen seiner Charaktere spiegeln.

Cevdet, der Familiengründer, ist ein erfolgreicher muslimischer Kaufmann.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige