Das gute Tier: zwei Seelen in der Affenbrust

Moral VII: Frans de Waal hält ein Plädoyer für das Tierische im Menschen - seine Fähigkeit zur Empathie

JULIA ZARBACH | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Gier ist out, Empathie ist in", lautet das Motto des neuen Buchs des Verhaltensforschers Frans de Waal, mit dem er thematisch an seine bisherigen Publikationen anknüpft. Denn auch in "Das Prinzip Empathie" macht er sich auf die Suche nach den Ursprüngen des menschlichen Verhaltens in der Tierwelt und deckt dabei evolutionsgeschichtliche Parallelen auf.

Von der hellen Seite des Lebens fasziniert, gilt de Waals Interesse vor allem dem, was eine Gemeinschaft zusammenhält. Sein Fokus auf der Empathie als menschlicher Grundausstattung zeigt diese als eine uralte, angeborene Fähigkeit, deren Revival er in der aktuellen US-amerikanischen Politik zu erkennen vermeint: Mit dem neuen Präsidenten Barack Obama, der sich nach der globalen Wirtschaftskrise mehr für soziale Themen einsetzt, sieht der in den USA lebende Niederländer ein neues Zeitalter der Empathie - so auch der Titel im Original: "The Age of Empathy" - eingeläutet.

Um menschliches Verhalten zu begreifen, wirft der studierte Biologe


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