Pfauenfedern oder vom Nutzen der Schönheit

Biologie: Josef H. Reichholf erklärt, warum Schönheit nicht nur im Auge des Betrachters liegt

PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Von nichts wimmelt unsere Zeit so sehr", merkte Jean Paul 1804 in seiner "Vorschule der Ästhetik" sarkastisch an, "wie von Ästhetikern." Das mag vielleicht damals für den Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften gegolten haben, aber die sachorientierten Naturwissenschaftler hüteten sich lange Zeit, an einem scheinbar nur von subjektiver Betrachtung und Bewertung geprägten Thema anzustreifen.

Der deutsche Zoologe Ernst Haeckel gab zwar Ende des 19. Jahrhunderts einen Bildband mit dem scheinbar widersprüchlichen Titel "Kunstformen der Natur" heraus, doch dieses hatte mehr Einfluss auf die Künstler des Jugendstils als auf die Naturforscher dieser Epoche.

Erst in den 1980er-Jahren begann sich die humanorientierte Verhaltensforschung mit dem Phänomen der Schönheit von Menschen und den Mechanismen der Attraktivität zu beschäftigen, und auch die Biologie widmete sich dem seit Darwin bekannten Problem der für das reine Überleben eigentlich sinnlosen Prachtkleider, Balzrituale und


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