Überlebensstrategien aus dem Jahre 1000

Moskau: Christina Eibl hat ein lesenswertes Buch über das zeitgenössische und alte Russland geschrieben

aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Es gibt Städte, die ihre Sogwirkung entfalten, sobald man aus dem Haustor tritt. Sie wirbeln, streifen, stoßen, drängen, sie geben keine Sekunde Ruhe. Nach ein paar Stunden flüchtet man sich völlig erschöpft in ein Café. Oder man kehrt erleichtert und atemlos in sein Haustor zurück, obwohl man ja eigentlich "nichts" gemacht hat die ganze Zeit. Moskau ist so eine Stadt. Zehn Millionen Einwohner, die größte Stadt in Europa, abgesehen von Istanbul, das allerdings zum Teil in Asien liegt.

Moskau ist ein Moloch mit achtspurigen Straßen zwischen stalinistischen Zuckerbäckerbauten; ein eiliges, extremes, immer übernachtiges, niemals ausgeruhtes Ungetüm. Moskau ist eine Stadt, deren mittlerweile geschasster Bürgermeister Luschkow Flugzeuge mit Chemikalien in den Himmel schickte, um für sonnige Feiertage zu sorgen. Es ist eine Stadt, in der vor einigen Jahren der größte Swimmingpool der Welt zugeschüttet wurde, um an seiner Stelle die größte orthodoxe Kathedrale der Welt hochzuziehen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige