Von der Klinge des Lebens gezeichnet

Eine Biografie über und ein Erzählband von Paula Fox zeigen die Abgründe von Leben und Werk

DANIELA STRIGL | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

In der Geschichte "Mit sich allein" bekommt ein gewisser Gerald eines Tages den Brief eines Jugendfreundes. Es entspinnt sich eine Korrespondenz, die die Eifersucht seiner Frau weckt, ihn selbst in ihrer Intimität aber bald überfordert. In Wahrheit will er nicht durch einen reichen Schnösel an seine eigene trostlose Kindheit erinnert werden.

Als der Freund seinen Besuch ankündigt, flüchtet Gerald mit seiner Frau ins Kino. Es ist der gnadenlos genaue Blick in das "schwarze Herz des Lebens", auch auf die Erosionserscheinungen einer Ehe, der Paula Fox' Romane "Pech für George" oder "Lauras Schweigen" berühmt gemacht hat.

Der Umstand, dass Jonathan Franzen ihren 1970 erschienenen Roman "Desperate Characters" ("Was am Ende bleibt") für sich entdeckte, weil er darin seine eigene gescheiterte Ehe wiederfand, ist nicht das Beste, was sich über Paula Fox sagen lässt. Dennoch beginnt auch Bernadette Conrad ihr Buch über die lange vergessene Grande Dame der US-Literatur mit dem lautesten


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