Landidylle und Hardecore-Gastronomie

Mit seiner Satire "Karte und Gebiet" bedient Michel Houellebecq Freund wie Feind aufs Feinste

GEORG RENÖCKL | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Auf gut Französisch darf man Michel Houellebecq durchaus einen "Stecken voll Scheiße" nennen. Als ein solcher bâton merdeux gilt in der Sprache Molières jemand, von dem man nicht so recht weiß, an welchem Ende man ihn anpacken soll. Bei Houellebecq etwa scheint es nur die Wahl zwischen seiner Verehrung als Prophet und Verachtung als Poseur zu geben. Sein Name wirkt in der literarischen Welt als Pawlow' scher Reiz, der neben Speichelfluss stets auch Debatten auslöst.

Die jüngste ist eine Plagiatsdebatte rund um seinen Roman "Karte und Gebiet", der ihm immerhin den Prix Goncourt eingebracht hat. Der Autor wird den Preis wohl nicht zurückgeben: Sein Verlag Flammarion sah sich zwar zu einer etwas peinlichen Stellungnahme nach dem Motto "sollte er etwas abgeschrieben haben, dann sicher nur ganz wenig" genötigt, ernstzunehmen ist die Erregung um ein paar einmontierte Wikipedia-Zeilen über die Fortpflanzung von Stubenfliegen oder das von der Wehrmacht zerstörte Städtchen Beauvais aber


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