Frankensteins Monster oder Umwerter aller Werte

Moral VIII: Sabine Appels Nietzsche-Biografie erklärt den Menschen hinter dem Philosophen einer neuen Moral

STEPHAN FADINGER | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Kaum ein Philosophenleben hat die Fantasie der Wissenschaft dermaßen beflügelt wie das von Friedrich Nietzsche (1844-1900). Während andere Tausende von Seiten alleine seiner Jugend im sachsenanhaltischen Naumburg widmen, begnügt sich die Biografin Sabine Appel mit schmalen 272 Seiten (mit Abbildungen), um das gesamte Leben und Werk des Umwerters aller Werte zusammenzufassen.

Es lohnt daher nicht, sich Neues, weitere Enthüllungen oder gar einen tiefen Einblick in Entstehungs- und Wirkungsgeschichte seiner Philosophie zu erwarten. Die Darstellung muss vielmehr kompakt und gleichermaßen unterhaltend sein. Und dies gelingt der Autorin tatsächlich - mit Witz und vor allem dadurch, dass sie Nietzsche auch der Lächerlichkeit preisgibt.

Nietzsche, der schon in jüngsten Jahren eine Lehrstelle der Philologie in Basel erhielt, wird als schrulliger Professor beschrieben. Die Schilderung seiner Migräneanfälle und seines Augenleidens, seiner höchst merkwürdigen Beziehung zum anderen Geschlecht,


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