Die kleine Dorothy in der großen Stadt

Michaela Karl erzählt ihre Biografie von Dorothy Parker als Love-Story zwischen der Autorin und New York

STEFAN ENDER | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Jeder Journalist ist böse. Wäre es gern. Manchmal. Ein wenig. Doch ist er es tatsächlich, und das auch nur in homöopathischen Dosen, schallt ihm aus weisungsbefugten Mündern augenblicklich der Vorwurf der Polemik entgegen. Er schließt dann die Augen, atmet tief durch und denkt an Karl Kraus und Dorothy Parker und schreibt halt liebe Texte.

Dorothy Parker hat, etwa in ihrer Zeit bei der Vanity Fair, Theaterkritiken verfasst, in denen sie weder den Namen des Autors noch jenen der Darsteller erwähnte - weil die alle so furchtbar waren. Oder sie hat aus selbigem Grund bei einer Show nur über die Suche ihrer Sitznachbarin nach dem Handschuh geschrieben. Als Literaturkritikerin stellte sie über eine Neuerscheinung fest: "Dies ist kein Buch, das man mit leichter Hand beiseitelegt. Man muss es schon mit aller Kraft in die Ecke schleudern."

Oh, diese unwiderstehliche Kombination von Süffisanz und Eiern! Gab es hierzulande Ähnliches? Vielleicht Anneliese Rohrer in ihrer Zeit als Innenpolitik-Chefin


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