Bestie Mensch oder Das bedingungslos Böse

Moral VI: Ist der Mensch aus reiner Lust böse? Eugen Sorg hat dafür verstörende Argumente gesammelt

ANDREAS KREMLA | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Schwerverbrecher haben Schweres im Gepäck. Psychologie kann das Verhalten der Täter begründen, vielleicht sogar heilen. "Westlichen Therapeutismus" nennt Eugen Sorg diese Annahmen abfällig. In "Die Lust am Bösen. Warum Gewalt nicht heilbar ist" bricht er mit dem Paradigma des Bösen als bloßer Abweichung vom Guten.

Gewalt ist geil. In Serbien wird der ehemalige Schulkollege kastriert. In Ruanda kehrt die Hutu-Dorfgemeinschaft müde und zufrieden von der "Arbeit" nach Hause - dem Gemetzel an ihren Nachbarn vom Volk der Tutsi. In der friedlichen Schweiz vergnügen sich junge Männer mit Streichen an unbekannten Passanten. Niederschlagen ist angesagt, dann werden die am Boden Liegenden ins Koma getreten.

Eugen Sorg berichtet aus Gebieten zivilisatorischer Umnachtung. Manches, was kroatische, serbische und bosnische Kämpfer von den Foltermethoden der jeweiligen Gegenseite erzählten, wollte der gelernte Psychotherapeut zunächst selbst nicht glauben. Als Delegierter des Internationalen


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