Tief hängen die Wolken, sanft schaukelt der Fluss

Xaver Bayer fegt allerlei Beobachtungsbrösel zu der Erzählung "Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen" zusammen

STEFAN ENDER | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Man beginnt mit dem Lesen, die Erzählung fließt dahin, sie fließt und fließt, die Kommata sind gesetzt wie kurze Ruderschläge, die das Geschehen sanft vorantreiben. Bald schon ist klar: So wird es dahingehen bis zum Ende, ohne Punkt und Strichpunkt, der Text ein ewiger Fluss, mit dem Ende als einziger Mündung. Eine Hommage an die beiden Beistrichjunkies Heinrich von Kleist und Thomas Bernhard in deren Jubiläumsjahr? Oder einfach nur eine textmäßige Umsetzung des Titels der Erzählung? Denn "Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen", dann verursacht dieser Steinwurf Wellen - Wellen, die sich fortsetzen und fortsetzen, bis sie irgendwann, ganz weit entfernt, verebben.

Mit Thomas Bernhard teilt Xaver Bayer eine gewisse elementare Beladenheit. Tiefe Wolken hängen über den Prosalandschaften und dem darin solistischsolipsistisch existierenden Personal, wenn auch Bernhards Protagonisten ihre Belastung manisch-explosiv nach außen hin abführen, wohingegen Bayers Haupt figuren doch eher


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