Jede Geschichte und Gasse der Sag-Harbor-Galaxie

In einem Coming-of-Age-Roman erzählt Colson Whitehead von der schwarzen Besiedlung der Ferienkolonien auf Long Island

JULIA ZARBACH | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Nicht nur die reichen weißen Kids aus New York City fahren auf Sommerfrische in die Hamptons: Sag Harbor, eine Kleinstadt am Ostende der Insel, ist mit ihren Vierteln wie Eastville oder Azurest die schwarze Urlaubsresidenz von Long Island, wo auch die Familie Cooper seit Generationen ihren Sommer verbringt.

In dem autobiografischen, nunmehr vierten Roman des New Yorkers Colson Whitehead schält sich sein 15-jähriges Alter Ego Benji im Sommer 1985 aus seiner engen Manhattaner Privatschuluniform: Das Strandhaus wartet darauf, entstaubt zu werden, und der schlaksige Teenie kann es kaum erwarten, mit seinen Ferienfreunden fernab von Regeln und Alltag abzuhängen. Immerhin gilt es, "neun Monate Rückstand in schwarzem Slang und diversen anderen Ausdrucksmitteln aufzuholen, die ich in meiner 'vorwiegend weißen' Privatschule verpasst hatte". Ein Slang, den die deutschsprachige Übersetzung trotz aller Bemühungen nur schwer transportieren kann und der zu einigen unauthentischen Passagen führt.


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